Weltreisen Geländewagen


                   Neues
von Björn

Geschichten von unterwegs

El-Dracho Meine Nachrichten

Funk auf Reisen - Teil 1

Funk auf Reisen - Teil 1

Tec   /   Jul 29th, 2020   /  A+ | a-
Hallo,

Kommunikation ist ein Schlüssel zum Erfolg. So ist das auch bei der Kommunikation unterwegs. Sei es nun um in einer Gruppe untereinander schnell mal den nächsten Punkt für eine Kaffeepause abzusprechen, auf Sehenswertes hinzuweisen, auf eine sich ankündigende Panne aufmerksam zu machen, miteinander zu plaudern, Informationen einzuholen oder um Hilfe zu organisieren. Ebenso eignet sich Funk prima dazu bei schwierigen Passagen den Fahrer einzuweisen oder zur Kommunikation bei der Geländeerkundung.

Die meisten Offroader und Overlander in Europa haben dabei sicher zumeist immer noch CB-Funk im Fahrzeug. Diese Art von „Jedermannfunk“ ohne Lizenz und laufende Kosten nutzbar, Geräte und Antenne gibt es schon für vergleichsweise kleines Geld.

CB-Funk wird in Deutschland im Bereich von 26,565 MHz bis 27,405 MHz (11 Meter Band) abgewickelt und ist wie schon angedeutet als „Jedermannfunk“ zum persönlichen Informations- und Meinungsaustausch gedacht.

Die erzielbare Reichweite ist von vielen Faktoren abhängig. Dazu gehört die Sendeleistung, die Antenne und auch die Bebauung. Mit fest eingebauten Mobilgeräten können durchaus Reichweite von etwa 10 bis 30 Kilometer, selten auch mehr erreicht werden.

Handfunkgeräte, die insbesondere für die Kommunikation im Nahen Bereich gedacht sind, haben aufgrund der kurzen Antenne eine recht geringe Reichweite von etwa 1 bis 5 km, manchmal auch weniger.

Verfügbar sind 40 bzw. 80 Kanäle. Einigen Kanälen kommen im CB-Funk besondere Bedeutungen zu, am bekanntesten dürfte der Kanal 9 AM als Notruf- und Fernfahrerkanal sein. Übrigens, über CB-Funk wird automatisch auch vor mobilen Baustellen, langsam fahrenden Arbeitsmaschinen und ähnlichem auf den deutschen Autobahnen gewarnt. Diese Warnung wird von kleinen Sendern, die auf Baufahrzeugen, Sperrtafeln und Leitkegeln montiert sind, ausgesendet. Die Warnung erfolgt - je nach eingeschalteter Frequenz – in verschiedenen Sprachen.

Mit dem Aufkommen des Mobiltelefons hat CB-Funk zwar stark abgenommen, ist jedoch aufgrund der Einfachheit, niedrigen Anschaffungskosten und vergleichsweise passablen Reichweiten für die Kommunikation in der Kolonne oder bei Geländeerkundung und Einweisen eine prima Sache.

Immer öfter wird auch auf PMR446-Funk gesetzt. Ebenfalls eine „Jedermannfunk-Anwendung“, die ohne Zusatzkosten und Lizenzfrei betrieben werden kann.

PMR steht für Personal Mobile Radio und ist quasi das europäische Pendant zum amerikanischen Family Radio Service. Diese Geräte arbeiten im UKW-Bereich von 446 MHz bis 446,200 MHz. Betrieben werden dürfen OMR446 Geräte in vielen Ländern Europas.

Die Geräte dürfen bauartbedingt eine Reichweite von 0,5 Watt haben. Bei sehr guten Bedingungen kann damit eine Reichweite von bis zu 5km erzielt werden. Oft aber sehr viele weniger, z.B. aufgrund von dichter Bebauung oder Wäldern. Bei dichter Bebauung in einer Großstadt kann die Reichweite schnell auf 300m oder weniger absinken. Gerade in der Stadt bei Kolonnenfahrt nicht gerade vorteilhaft. Insgesamt stehen auch nur 16 Kanäle zur Verfügung.

In Nordamerika und Australien weit verbreitet, doch in Deutschland bei den Offroader und Overlandern noch nicht so weit verbreitet, ist der Amateurfunk.

Die Einstiegsbarrieren sind deutlich höher als bei den „Jedermannfunk-Anwendungen“. So ist eine Lizenz, ein sogenanntes Amateurfunkzeugnis und eine Zulassung zur Teilnahme am Amateurfunkdienst erforderlich. Dies ist mit nicht unerheblichem Lern- und Prüfungsaufwand sowie Kosten verbunden. Zudem ist der Sendeempfangsbetrieb von Reiseland zu Reiseland unterschiedlich geregelt.

Insgesamt jedoch eine sehr gute Alternative zu den anderen Funklösungen. Der Amateurfunk bietet eine ganze Reihe von Möglichkeiten, so beispielsweise eine interessante Variante zur Bestimmung der eigenen Position und zum Tracking des Reiseverlaufes. Dazu gibt es Geräte, die mit dem „Automatic Packet Reporting System“, kurz APRS ausgestattet sind. APRS wurde schon in den 80er Jahren entwickelt. Es handelt sich um eine Form des Packet Radios, die es ermöglicht Daten, und eben zum Beispiel auch die „GPS“-Position, automatisiert zu versenden. So können sogar Notrufe in Verbindung mit der aktuellen Position gesendet werden.

Im mobilen Bereich wird meist das 70cm (430 MHz – 440 MHz) und das 2m Band (144 MHz - 146 MHz) verwendet. Im 2m Band können durchaus Reichweiten bis 150km bei einer guten Anlage und guten Bedingungen erreicht werden. Im 70cm Band deutlich weniger. Um größere Reichweiten zu erzielen, können Relaisstationen verwendet werden.

Gerade wer Spaß daran hat sich mit neuen Dingen zu beschäftigen wird hier eine interessante Funkanwendung finden, die auch für ein Reisefahrzeug sehr viele Möglichkeiten bietet.

Viel Spaß und gute Reise,
Björn